Hunde. Ich sehe sie meist schon von weitem. Und dann beobachte ich. Wie reagiert der Hund, wenn ich näherkomme? Manche Hunde schauen sofort zu mir, wedeln mit dem Schwanz, andere sind schüchtern.
Die Begegnung ist das Wichtigste – der Mensch signalisiert mir, dass es in Ordnung ist, mit seinem Hund Kontakt aufzunehmen, der Hund ist offen dafür: bei mir reine Freude, Worte, Blicke, eine sachte Berührung, Reaktionen des Hundes.
Ein Tag mit einer netten Hundebegegnung ist für mich ein guter Tag.
Doch auch die Begegnung mit der Person am anderen Ende der Leine ist oft interessant. Eines der Gespräche geht mir nicht aus dem Kopf. „Kommen Hunde in dem Himmel, wenn sie tot sind“, fragte mich eine Frau. Sie hatte schon mehrere Hunde in ihrem Leben gehalten. Das waren Lebenszeiten mit einem lieben Familienmitglied im Fellkleid. Als es ihr nicht gut ging, in der Trauer um ihren Mann, war der Hund an ihrer Seite, suchte ihre Nähe und passte auf, wo sie hinging. Wenn er seinen Kopf auf ihre Knie legte, schien sein Blick zu sagen: „ich bin bei dir, auch wenn du gerade traurig bist“.
Meine Antwort auf die Frage nach dem Himmel für Hunde kam nicht aus dem Theologiestudium, eher aus meiner Erfahrung mit Hunden und Menschen. So erklärte ich, wie sehr die Liebe zwischen Hunden und Menschen etwas ganz Reales ist. Der Tod beendet zwar das irdische Leben. Doch gerade die Liebe überdauert den Tod. Was wir auf der Erde geliebt haben, wird auch im Himmel durch die Liebe bewahrt. Ja, einen ähnlichen Satz hatte ich noch vom Passauer Bischof Oster im Ohr. Mein Gegenüber nickte nachdenklich.
In der Kirche wächst inzwischen die Erkenntnis, wie sehr Hunde Teil des Lebens derer sind, die ebensolche Fragen wie die nach den Hunden im Himmel stellen. Menschen in der Gemeinschaft aller Geschöpfe, das nachhaltige Leben auf der Erde sind jährlich Thema der Kirchen weltweit in der Zeit der Schöpfung vom 1. September bis zum 4. Oktober. Dieses Jahr wird im Ökumenischen Kurseelsorgezentrum Emmaus dabei besonders an Franz von Assisi gedacht. Dem dortigen Ökumene-Team gefällt, dass er ins Gotteslob der Tiere einstimmte und ihnen von Gott erzählte.
Für Hundefreunde und -freundinnen bietet die Emmauskirche am
15. September um 17 Uhr einen ökumenischen Spaziergang im Kurwald an. Der Spaziergang ist generationenverbindend und familienfreundlich. Wer keinen Hund mitbringen kann, darf auch ein Stofftier mitnehmen.
Treffpunkt ist der Franziskusbrunnen am Kurplatz. Regina Roßmadl, selbst Hundefreundin, und ich freuen sich auf die Hunde und ihre Menschen.
Dr. Tatjana K. Schnütgen, Kur- und Gästepfarrerin Bad Griesbach i. Rottal